direkte Replikation [Direct replication]

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Definition: Da der Begriff “direkte Replikation” keine allgemein anerkannte technische Bedeutung hat und es keine eindeutige Unterscheidung zwischen einer direkten und einer konzeptionellen Replikation gibt, werden im Folgenden einige BeitrĂ€ge zur Erzielung eines Konsenses aufgefĂŒhrt. Anstatt ĂŒber die “Genauigkeit” einer Replikation zu debattieren, ist es hilfreicher, die relevanten Unterschiede zwischen einer Replikation und der zu replizierenden Arbeit, sowie deren Auswirkungen auf die ZuverlĂ€ssigkeit und Generalisierbarkeit der Ergebnisse der ursprĂŒnglichen Arbeit zu diskutieren. Im Allgemeinen bezieht sich die direkte Replikation auf eine neue Datenerhebung, die versucht, die Methoden der ursprĂŒnglichen Studie so genau wie möglich zu replizieren. Ein Replikationsversuch, der “seek(s) to duplicate the necessary elements that produced the original finding.” (dt. versucht, die notwendigen Elemente zu duplizieren, die zu den ursprĂŒnglichen Ergebnissen gefĂŒhrt haben, Cruwell et al., 2019; p. 243). Der Zweck einer direkten Replikation kann darin bestehen, Fehler vom Typ 1 und/oder Versuchsleiter:innen-Effekte zu identifizieren, die Replizierbarkeit eines Effekts unter Verwendung derselben oder verbesserter Verfahren zu bestimmen oder spezifischere SchĂ€tzungen der EffektgrĂ¶ĂŸe zu erstellen (HĂŒffmeier et al., 2016). Die Direktheit der Replikation ist ein Kontinuum zwischen der Wiederholung spezifischer Beobachtungen (Daten) und der Beobachtung verallgemeinerter Effekte (PhĂ€nomene). Wie genau eine Replikation eine ursprĂŒngliche Studie nachbildet, ist oft umstritten, wobei Unterschiede oft als versteckte Moderatoren von Effekten angefĂŒhrt werden. DarĂŒber hinaus kann eine Debatte ĂŒber die Bedeutung der technischen Äquivalenz (d. h. die Verwendung identischer Materialien) gegenĂŒber der psychologischen Äquivalenz (d. h. die Realisierung identischer psychologischer Bedingungen) der Originalstudie gefĂŒhrt werden (Schwarz and Strack, 2014). Nehmen wir zum Beispiel eine Studie zum Vertrauen in den US-PrĂ€sidenten aus dem Jahr 2018. Eine technisch gleichwertige Replikation wĂŒrde Trump als Stimulus verwenden (er war 2018 PrĂ€sident), eine psychologisch gleichwertige Studie im Jahr 2023 wĂŒrde Biden als aktuellen PrĂ€sidenten verwenden.

Verwandte Begriffe: close replication, Conceptual replication, exact replication, hidden moderators

Referenzen:

  • CrĂŒwell, S., van Doorn, J., Etz, A., Makel, M. C., Moshontz, H., Niebaum, J. C., Orben, A., Parsons, S., & Schulte-Mecklenbeck, M. (2019). Seven Easy Steps to Open Science: An Annotated Reading List. Zeitschrift FĂŒr Psychologie, 227(4), 237–248. https://doi.org/10.1027/2151-2604/a000387
  • HĂŒffmeier, J., Mazei, J., & Schultze, T. (2016). Reconceptualizing replication as a sequence of different studies: A replication typology. Journal of Experimental Social Psychology, 66, 81–92. https://doi.org/10.1016/j.jesp.2015.09.009
  • LeBel, E. P., Vanpaemel, W., Cheung, I., & Campbell, L. (2017). A brief guide to evaluate replications. Meta-Psychology, 3. https://doi.org/10.15626/MP.2018.843
  • Schwarz, N., & Strack, F. (2014). Does Merely Going Through the Same Moves Make for a “Direct” Replication?: Concepts, Contexts, and Operationalizations. Social Psychology, 45(4), 305–306.

UrsprĂŒnglich verfasst von: Mahmoud Elsherif (original); Thomas Rhys Evans (alternative); Tina Lonsdorf (alternative)

ÜberprĂŒft von: Beatrix Arendt, Adrien Fillon, Matt Jaquiery, Charlotte R. Pennington, Graham Reid, Lisa Spitzer, Tobias Wingen, FlĂĄvio Azevedo

Übersetzt von: Susanne Vogel

Übersetzung ĂŒberprĂŒft von: Helena Hartmann, Jennifer Mattschey