Goodharts Gesetz [Goodhart’s Law]

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Definition: Der Begriff geht auf den Wirtschaftswissenschaftler Charles Goodhart zurück und bezeichnet die Beobachtung, dass die Messung eines Verhaltens oder einer Leistung das Verhalten der Nutzer:innen verändert. Strathern (1997) stellte in Bezug auf Prüfungsleistungen fest, “when a measure becomes a target, it ceases to be a good measure” (dt. dass eine Kennzahl aufhört nützlich zu sein, wenn das Optimieren der Kennzahl zum Hauptziel wird, S. 308) und nicht mehr die Optimierung dessen im Vordergrund steht, was die Kennzahl eigentlich misst oder ursprünglich messen sollte. Übertragen auf Open Scholarship und die Anreizstruktur in der Forschung geht Goodharts Gesetz davon aus, dass Kennzahlen für Bewertung wissenschaftlicher Leistung, wie beispielsweise die Zahl der Zitationen einer forschenden Person, wahrscheinlich manipuliert und gezielt optimiert werden, was verschiedene Studien, wie etwa von Muller (2019) auch so bestätigen.

Verwandte Begriffe: Campbell's law, DORA, Reification (fallacy)

Referenzen:

  • Muller, J. Z. (2018). The Tyranny of Metrics. Princeton University Press.
  • Strathern, M. (1997). ‘Improving ratings’: audit in the British University system. European Review, 5(3), 305–321. https://doi.org/10.1002/(SICI)1234-981X(199707)5:3<305::AID-EURO184>3.0.CO;2-4

Ursprünglich verfasst von: Adam Parker

Überprüft von: Sam Parsons, Flávio Azevedo

Übersetzt von: Bettina MJ Kern

Übersetzung überprüft von: Birgit Schmidt, Susanne Vogel