Intersektionalität [Intersectionality]
Definition: Der Begriff stammt aus dem schwarzen feministischen Denken und beschreibt, wie soziale Identitäten innerhalb von ineinandergreifenden Unterdrückungssystemen und Strukturen der (Un-)Gleichheit existieren (Crenshaw, 1989). Intersektionalität bietet einen Blickwinkel darauf, wie mehrere Formen der Ungleichheit zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken oder verschlimmern können. Mehrere gleichzeitig auftretende soziale Identitäten können einen Multiplikatoreffekt haben und sind mehr als die Summe der einzelnen Elemente. Eine zentrale Annahme von Intersektionalität ist, dass Identität nicht angemessen verstanden werden kann, wenn eine einzelne Achse (z. B. Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Klasse) isoliert untersucht wird, und dass stattdessen die gleichzeitige Betrachtung sich überschneidender Identitäten erforderlich ist.
Verwandte Begriffe: Bropenscience, Diversity, Inclusion, Interlocking, Open Science
Referenzen:
- Crenshaw, K. W. (1989). Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine. University of Chicago Legal Forum, 1989(8), 139–168.
- Grzanka, P. R. (2020). From buzzword to critical psychology: An invitation to take intersectionality seriously. Women & Therapy, 43(3–4), 244–261.
- Ledgerwood, A., Hudson, S. T. J., Lewis, Jr., N. A., Maddox, K. B., Pickett, C., Remedios, J. D., & Wilkins, C. L. (2021). The Pandemic as a Portal: Reimagining Psychological Science as Truly Open and Inclusive. https://doi.org/10.31234/osf.io/gdzue
Verfasst und Überprüft von: Madeleine Pownall, Ali H. Al-Hoorie, Bradley Baker, Mahmoud Elsherif, Wanyin Li, Ryan Millager, Charlotte R. Pennington, Flávio Azevedo