Papierfabrik [Papermill]
Definition: Eine Organisation, die wissenschaftliches Fehlverhalten begeht, indem sie mehrere Arbeiten durch Fälschung oder Fabrikation von Daten erstellt, z. B. durch Bearbeitung von Abbildungen oder numerischen Daten oder durch Plagiat von geschriebenem Text. Es wird behauptet, dass Papierfabriken (aus dem Engl. Paper Mills) Produkte anbieten, die von Forschungsdaten bis hin zu betrügerischen oder gefälschten Ghostwriting-Manuskripten und Einreichungsdiensten reichen (“alleged to offer products ranging from research data through to ghostwritten fraudulent or fabricated manuscripts and submission services”, Byrne & Christopher, 2020, S. 583). Bei einer Papierfabrik geht es um die schnelle Produktion und Verbreitung einer Vielzahl angeblich neuer Arbeiten. Diese werden im wissenschaftlichen Veröffentlichungsprozess oft nicht entdeckt und daher entweder nie gefunden oder zurückgezogen, wenn sie entdeckt werden (z. B. durch Plagiaterkennungssoftware).
Verwandte Begriffe: Data fabrication, Data falsification, Fraud, Plagiarism, Questionable Research Practices or Questionable Reporting Practices (QRPs), Scientific misconduct, Scientific publishing
Referenzen:
- Byrne, J. A., & Christopher, J. (2020). Digital magic, or the dark arts of the 21st century—how can journals and peer reviewers detect manuscripts and publications from paper mills? FEBS Letters, 594(4), 583–589. https://doi.org/10.1002/1873-3468.13747
- Hackett, R., & Kelly, S. (2020). Publishing ethics in the era of paper mills. Biology Open, 9(10), bio056556. https://doi.org/10.1242/bio.056556
Verfasst und Überprüft von: Helena Hartmann, Sarah Ashcroft-Jones, Elizabeth Collins, Mahmoud Elsherif, Charlotte R. Pennington