Predatory Verlagswesen [Predatory Publishing]
Definition: Unter Predatory (manchmal auch “Vanity”) Veröffentlichung versteht man eine Reihe von Geschäftspraktiken, bei denen Verlage versuchen, in erster Linie durch die Erhebung von Bearbeitungsgebühren für Artikel (article processing charges, APCs) von der Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu profitieren, ohne notwendigerweise legitime Qualitätskontrollen (z. B. Peer Review) oder redaktionelle Dienstleistungen anzubieten. In der extremsten Form veröffentlichen solche Verlage jede Arbeit, solange die Gebühren bezahlt werden. Andere, weniger extreme Strategien, wie das Versenden einer großen Anzahl von unaufgeforderten Anfragen zum (Mit-)Herausgeben oder Veröffentlichen in kostenpflichtigen Sonderausgaben werden ebenfalls als “predatory” (dt. räuberisch) bezeichnet (Crosetto, 2021).
Verwandte Begriffe: Article Processing Charge (APC), Gaming (the system)
Referenzen:
- Crosetto, P. (2021). Is MDPI a predatory publisher? https://paolocrosetto.wordpress.com/2021/04/12/is-mdpi-a-predatory-publisher/
- Xia, J., Harmon, J. L., Connolly, K. G., Donnelly, R. M., Anderson, M. R., & Howard, H. A. (2015). Who publishes in “predatory” journals? Journal of the Association for Information Science and Technology, 66(7), 1406–1417. https://doi.org/10.1002/asi.23265
Verfasst und Überprüft von: Nick Ballou, Olmo van den Akker, Helena Hartmann, Aleksandra Lazić, Graham Reid, Flávio Azevedo